Museum Schloss Moyland - "Joseph Beuys und die Schamanen"
Plakatausschnitt der Ausstellung

"Joseph Beuys und die Schamanen" -

Sonderausstellung im Schloß Moyland im Beuys-Jahr 2021

 

Schloss mit Blueten
Das Museum Schloss Moyland beherbergt den weltweit größten Bestand an Werken von Joseph Beuys und das umfangreiche Joseph Beuys Archiv. Zum 100. Geburtstag von Joseph Beuys wurde eine interdisziplinäre Ausstellung konzipiert, die Beuys' künstlerische Thematisierung des Schamanen in einen ethnologischen Kontext setzt. Diese beiden Sichtweisen auf das Phänomen werden zwar nie durchmischt, jedoch während des Ausstellungsrundganges miteinander verschränkt und in Beziehung gesetzt. Die Gestaltungsaufgabe bestand aus der Berücksichtung dieser beiden Ebenen in ihrer Eigenständigkeit und in Ihren Bezügen, einem visuellen Gleichgewicht zwischen künstlerischem Werk und ethnographischem Bilderreichtum sowie einer klaren Gliederung der inhaltlich dichten Information.

Wanderer zwischen ­Welten:
Ost-Westliche ­Beziehungen

Schamanismus wird in der Religionsethnologie mittlerweile als religiöses Phänomen verhandelt. Der Name geht auf den evenkischen Begriff Šaman (‚jemand, der weiß, jemand, der erregt/­erhitzt ist‘) zurück. Rituelle Spezialisten verschiedener ethnischer Gruppen in Eurasien, Asien oder Amerika tragen jedoch diverse Bezeichnungen in den jeweiligen Sprachen, wie Noiade (Sámi), Cham (Tuwiner) oder Angakoq (Inuit).

Schamanen weckten schon früh das Interesse von Abenteurern, Wissenschaftlern und Missionaren. Die sich wandelnden Einstellungen gegenüber Schamanismus sind bis heute vom Zeitgeist und den kulturellen Hintergründen der Forschungsreisenden geprägt. So verklärte sich die Skepsis gegenüber den ‚Teufelspriestern‘ im 18. Jh. zur Deutung der Schamanen als ‚eingeborene Genies‘ im aufklärungskritischen Blick der Romantik. Im späten 19. Jh. sah man sie als Opfer der ‚arktischen Hysterie‘ und somit als Kranke an.

Mitte des 20. Jh. wurde Schamanismus als spiri­t­ueller Urzustand durch Mircea Eliade ‚rehabili­tiert‘. Gleichzeitig entdeckte ihn die kapitalismuskritische Gegenkultur in Nordamerika und Europa für sich. Und in dieser Tradition ist auch wohl Beuys' Beschäftigung mit dem Thema zu sehen.

Hausgeister aus dem sibirischen Raum, die rechte Figur mit Fett im Mund als Opfergabe
Installationen des Künstlers Unen Enkh DSF0222
Begleitet wurde die Ausstellung im Erdgeschoss des Schloßbaus von Installationen verschiedener Künstler, deren Werdegang eng mit schamanischen Themen der sibirischen Tradition verknüpft ist. Hier Im Bild Werke von Unen Enkh.
Die Ausstellung hatte ihren inhaltlichen Schwerpunkt im 1. Obergeschoss. Reizvoll, wenn auch schwierig in die Besucherwege zu integrieren, waren die Durchbrüche zu den Türmen. Dort bot sich jedoch die Chance, Nischenthemen, Filminhalte und Rückzugsmomente anzubieten.
Blick in den Durchgang zum Nordturm

 

 

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